Die Literaturzeitschrift "exempla"

Herausgeberin: Ursula Jetter (Dipl. Päd. u. Psych., Schriftstellerin)

Stellungnahmen zur "exempla":

>>von Ulrike M. Dierkes
>>von Elisabeth Alexander

1974 wurde die Literaturzeitschrift "exempla" in Tübingen von einer Studentengruppe um Peter Pörtner (ehemaliger Mitherausgeber des Konkursbuches und heute Professor für Japanologie in Hamburg) und Ralph Roger Glöckler (Literaturwissenschaftler, Ethnologe, Dichter und Schriftsteller) gegründet. Autor Glöckler lebt in Frankfurt und Lissabon.

Konzeptionell war die Förderung junger literarischer Talente in den Bereichen Lyrik, Kurzgeschichte und Essay angestrebt.
Nach dem Weggang der Initiatoren 1980 übernahm der Lyriker Wolfgang Rappsilber, Tübingen, Mitglied im Deutschen Schriftstellerverband (VS), die Herausgeberschaft der "exempla", die von da an im AS-Verlag (Ankenbauer & Spöhr) erschien. Die "exempla" hatte im Laufe der Jahre einen verlässlichen Stamm von Abonnenten gewinnen können.

Als jedoch der Verlag in Schwierigkeiten geriet, schließlich 1987 liquidiert wurde und der Herausgeber, durch Probleme zermürbt, aufgeben wollte, schien das Ende der "exempla" gekommen.
Doch die Krise wurde gemeinsam aufgefangen mit der Möglinger Autorin, Musikerin und Therapeutin Ursula Jetter (Lyrik/Prosa/Essay), von Beruf Dozentin für Musiktherapie und 20 Jahre leitend tätig als Therapeutin in der Psychiatrie (Musiktherapie, Gesprächstherapie, Kunsttherapie und Psychodrama).

Seit 1990 ist Ursula Jetter, als Autorin Mitglied im Deutschen Schriftstellerverband (VS), in der "Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik (Leipzig)", Mitglied in der "Künstlergilde", bei "Schreibende Frauen" Baden-Württemberg, in der "Gedok" und dem LGKL Ludwigsburg, zunächst Mitherausgeberin, dann Alleinherausgeberin der "exempla".

Ursula Jetter wurde in den Internationalen P.E.N.-Club aufgenommen. 2001 erhielt sie für ihr literarisches Werk und ihr langjähriges Engagement als Herausgeberin einen Literaturpreis des Internationalen P.E.N.

Die Konzeption der Zeitschrift: Die "exempla" sieht ihre Aufgabe nach wie vor in der Veröffentlichung von Texten unbekannter, förderungswürdiger Autoren/-innen in Verbindung mit arrivierten Schriftstellern/innen aus dem deutschsprachigen Raum und europäischen Ländern.
Literarisch befasst sich die Zeitschrift noch immer mit den Formen Lyrik, Kurzgeschichte, Ausschnitten unveröffenttlicher Romane und Essays. In ihrer Themenvielfalt spiegelt sich menschliches Sein im Kontext und in der Auseinandersetzung mit einer pluralistischen, oft widersprüchlichen gesellschaftlichen Wirklichkeit. Die Bände haben meist ein Schwerpunktthema. Die Illustrationen der als Taschenbuch konzipierten Literaturzeitschrift übernahmen namhafte Künstler.

Die finanzielle Basis sicherte die Unterstützung des Stuttgarter Schriftstellerhauses aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Ende März 2002 strich das Ministerium in Stuttgart ohne Vorankündigung (mitten hinein in den laufenden Produktionsprozess) allen Literaturzeitschriften von Baden-Württemberg sämtliche Fördergelder. Seitdem werden Sponsoren gesucht.

Die Zeitschrift erschien zuerst in der Schwäbischen Verlagsgesellschaft Tübingen und seit Jahren im Eigenverlag der Herausgeberin in Ludwigsburg.

Im Haus der Herausgeberin in Möglingen bei Ludwigsburg, nahe Stuttgart, finden Autorentreffen statt. Durch Frau Jetters Veranstaltungen (eigene Schreibwerkstatt, Lesungen, Vorträge, Studientage) wurden zunehmend mehr "exempla"-Bände verkauft, was wiederum den Bekanntheitsgrad der Zeitschrift anzuheben vermochte.

Die "exempla" erscheint 2014 im 40. Jahrgang, ein für eine Literaturzeitung beachtliches Lebensalter - Erscheinungsort Ludwigsburg und ist die älteste Literaturzeitschrift von Baden-Württemberg.
Gleichwohl gibt sie wie immer allen jungen Autoren/- innen und Tendenzen Raum. Ferner fördert sie behinderte und verfolgte Schriftsteller/- innen.

"exempla" kommt als Taschenbuch normalerweise zum Preis von EURO 14,80 (Jubiläumsband 2014, 16.50€) heraus. Wer die Zeitschrift abonnieren (bitte Probeband anfordern), eigene Texte zur Veröffentlichung anbieten oder eine Ausgabe grafisch gestalten will, kann sich jederzeit wenden an:

Ursula Jetter (Hg.) Teckstraße 56,
71696 Möglingen, Tel. 07141 241946.

Lieferbare Bände ab 2000

»exempla« (Jahrg. 26) Band 1, 2000
"Anthologie: Autoren/innen aus Ludwigsburg u. dem Neckarraum"
Illustrationen: Günther Sommer
 
»exempla« (Jahrg. 26) Band 2, 2000
"Die Schuld- und Judenfrage
sowie moderne Formen der Gefährdung menschlicher Würde"

Illustrationen: Elisabeth Bommer-Korger
 
»exempla« (Jahrg. 27) Band 1, 2001
"FALLSTUDIEN"
Illustrationen: F. Michael Starz
 
»exempla« (Jahrg. 27) Band 2, 2001
"Auf der Suche"
(Zum Terroranschlag am 11. September 2001 in New York)
Illustrationen: Prof. K. H. Türk
 
»exempla« (Jahrg. 28) Band 2002
"EUROPA-OSTEUROPA"

Illustrationen: Margit Lehmann
 
»exempla« (Jahrg. 29) Band 2003
"VERWERFUNGEN"

Illustrationen: Fred Luhde und Martin Schröder
 
»exempla« (Jahrg. 30/31) Band 2004/05
"Der Mensch, das noch nicht festgestellte Tier"
(Nietzsche)
Illustrationen: Thomas Putze
 
»exempla« (Jahrg. 32/33) Band 2006/07
"Spuren"

Illustrationen: Wolfgang Folmer
 
»exempla« (Jahrg. 34/35) Band 2008/2009
"Gegen das Vergessen"

Illustrationen: Elke Bach
 
»exempla« (Jahrg. 36/37) Band 2010/11
"Satirisches Panoptikum"

Illustrationen: Beatrix Rey
 
»exempla« (Jahrg. 38) Band 2012
"Werkstatt der Worte"


»exempla« (Jahrg. 39/40) Band 2013/14
"Literatur und Zeitgeschichte. Krise und Wandel"

Illustrationen: Sigrid Artmann, Kalligraphin, Lbg.
 

Auszüge aus Grußworten zum Jubiläum: 40 Jahre exempla

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Dieses Projekt hat mich beeindruckt, denn es verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz: Nachwuchsautorinnen und- autoren nutzen die Dokumente des Staatsarchivs zu einem kreativen Prozess. An dessen Ende stehen literarische Werke, die von den Ereignissen vergangener Jahrzehnte inspiriert sind.

So entstanden Gedichte, Erzählungen, Kurzgeschichten und Essays, in denen Fakten und Fantasie, Erlebtes und Erdachtes eine Verbindung eingehen. Die Begeisterung, mit der alle Beteiligten am Werk waren, ist darin zu spüren.

Möge diese Begeisterung nicht aufhören zu brennen - und die exempla in die Zukunft tragen!

Jürgen Walter MdL
Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg

Zum Jubiläum

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Ein Blick zurück. In den Anfängen nannte sich EXEMPLA im Untertitel "Eine Tübinger Literaturzeitschrift". Zu jener Zeit studierte ich in der Stadt am Neckar, schickte manche Beiträge an die Redaktion und arbeitete später zeitweilig auch mit.
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Der Wirkungskreis der Zeitschrift erweiterte sich im Laufe der Dekaden. Sie bietet Lyrik und Prosa nicht nur aus dem deutschsprachigen Raum, sondern aus etlichen Ländern, insbesondere aus Ost-Europa. Und natürlich spricht EXEMPLA eine Leserschaft an, die mittlerweile längst nicht mehr nur in ihrem ursprünglichen Wirkungsgebiet wohnhaft ist, die Literaturzeitschrift ist internatinal geworden.
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Imre Török
Bundesvorsitzender
Verband deutscher Schriftsteller
2013

Der "exempla" zum Gruß

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Als Plattform für Newcomer und arrivierte Autorinnen und Autoren gleichermaßen, als Sprachrohr für den Nachwuchs, aber auch für verfolgte und behinderte Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Treffpunkt von Kurzgeschichte, Lyrik und Essay, gebührt der "exempla", als Non- profit -Unternehmung besondere Anerkennung und großer Dank. In diesen eingeschlossen sind all jene, die im Rahmen eines Förderkreises der "exempla" seit jeher ehrenamtlich mittun oder als Autoren honorarfrei ihre Werke zur Verfügung stellen. Das ist alles andere als selbstverständlich. In hohem Maße hat die "exempla" in all diesen Jahren Sprache transportiert und damit der Literatur im Lande einen vorzüglichen Dienst erwiesen. Ich gratuliere von Herzen. Möge die Nische, in der die "exempla" gediehen ist, auch in Zukunft ein fruchtbarer Boden für Autorinnen und Autoren sein, ein Platz für die Förderung von Literatur in all ihren Facetten.

Chapeau, liebe Ursula Jetter.

Thomas Lindemann
Lindemanns Bibliothek,
Info Verlag GmbH Karlsruhe